“MAGNET-Krankenhaus”
Was ist das eigentlich?
Was ist ein Magnetkrankenhaus?
Wir sind "MAGNET" für Sie
Ursprung und Konzept: Das Magnetkrankenhaus-Modell wurde in den 1980er Jahren in den USA vom American Nurses Credentialing Center (ANCC) entwickelt. Ziel war es, Krankenhäuser zu identifizieren, die es trotz Pflegepersonalmangels schafften, qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten. Diese Einrichtungen zeichneten sich durch exzellente Pflegequalität, hohe Mitarbeiterzufriedenheit und herausragende Patientenergebnisse aus.
Das Magnet-Programm ist eine freiwillige Zertifizierung von Krankenhäusern zur Verbesserung der Pflege(-bedingungen) durch das American Nurses Credentialing Center (ANCC). Evidenz aus vier Jahrzehnten Forschung, vor allem aus den USA, zeigt, dass Magnet-zertifizierte Krankenhäuser bessere Arbeitsumgebungen und -bedingungen und höhere Personalzufriedenheit gewährleisten und somit geringere Burnoutraten beim Gesundheitspersonal und eine höhere Patientensicherheit aufweisen. Das deutet daraufhin, dass die Implementierung des Magnet-Konzepts zu positiven Veränderungen auch in Europa führen kann.
Wodurch sich Magnet-Krankenhäuser auszeichnen
- Exzellente Rahmenbedingungen für eine exzellente Pflege
- Es herrscht eine disziplinübergreifende Kultur der Zusammenarbeit mit gemeinsamer Entscheidungsfindung und gegenseitigem Respekt
- Die psychische Gesundheit des Pflegepersonals ist besser, die Burnout-Rate und Krankheitstage allgemein sind geringer
- Durch die bessere psychische Gesundheit der Mitarbeitenden kommt es zu weniger Fehlern in der Patientenversorgung
- Die fachliche Pflegequalität und die Mitarbeitendenzufriedenheit sind höher
- Sie weisen eine bessere Versorgungsqualität für Patientinnen und Patienten, geringere Komplikationsraten und weniger Stürze auf
- Die Mitarbeiterbindung ist hoch und die Fluktuation somit geringer
- Spitzenkräfte im Pflegebereich werden angezogen und gehalten
Das Magnet-Krankenhaus-Modell
- Transformationale Führung (Rot) = Partizipative, wertschätzende, motivierende Führung
- Strukturelle Bevollmächtigung (Grün) = Einbindung von Mitarbeitenden an Entscheidungsprozessen durch entsprechende Organisationsstrukturen
- Beispielhafte professionelle Praxis (Lila) = Pflegerische Exzellenz durch Ausbildung, Qualitätsstandards, Interprofessionalität
- Neues Wissen, Innovationen und Verbesserungen (Blau) = Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse, Pflegeforschung, Verantwortungskultur
- Empirische Outcomes (Orange) = Kennzahlen-gestütztes Management und Qualitätssicherung

Magnet4Europe und das Universitätsklinikum Heidelberg
Wir sind dabei
Magnet4Europe (M4U) ist eine durch die EU geförderte Interventions-Studie mit dem Ziel, die Arbeitsumgebung von pflegerischem und ärztlichem Personal umzugestalten, um die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden des Personals (z.B. Fehlzeiten, Fluktuation, Arbeitszufriedenheit, Verringerung von Burnout) zu verbessern.
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eine der 20 Kliniken in Deutschland und eine der 60 Kliniken in Europa, die an der Studie teilnimmt. In Deutschland gibt es noch keine zertifizierte Magnet-Klinik. Durch das Magnet4Europe-Projekt soll dies in die Wege geleitet werden. Auch das UKHD hat sich im Dezember 2020 mit der Teilnahme an der Magnet4Europe-Studie auf den Weg zum Magnet-Krankenhaus gemacht.
Magnet4Deutschland – Die Weiterentwicklung von Magnet4Europe in deutschen Kliniken
Mit der Studie Magnet4Deutschland (M4D) wird die erfolgreiche Arbeit des Projekts Magnet4Europe gezielt in Deutschland fortgesetzt. Ziel ist es, die Umsetzung des Magnetkrankenhaus-Konzeptes in deutschen Kliniken langfristig zu begleiten, zu intensivieren und wissenschaftlich zu bewerten. Dabei steht ein tiefgreifender Kulturwandel im Zentrum – ein Wandel, der auf eine enge Einbindung aller Mitarbeitenden sowie einen ganzheitlichen Ansatz auf Ebene der gesamten Einrichtung setzt. Das Universitätsklinikum Heidelberg freut sich, Teil davon sein zu dürfen.
Vorgehen
Das Projekt Magnet4Deutschland nutzt ein quasi-experimentelles Studiendesign mit Vorher-Nachher-Vergleichen. Zentrale Elemente der Umsetzung sind:
- Durchführung einer Gap-Analyse, um den aktuellen Umsetzungsstand in den Kliniken zu ermitteln
- Organisation regelmäßiger Austauschtreffen der teilnehmenden Einrichtungen
- Weiterführung von Twinning-Partnerschaften mit US-amerikanischen Magnet®-Krankenhäusern
- Befragungen von Pflege- und ärztlichem Personal zur Evaluation des Projekts
Die Projektleitung von Magnet4Deutschland liegt bei Prof. Dr. Claudia B. Maier (Universität Bielefeld), unterstützt von Julia Köppen (Universität Bielefeld / TU Berlin), Daria Bula (Universität Bielefeld) und Charlotte Reidt (Universität Bielefeld).
Laufzeit und Förderung
Projektzeitraum: Januar 2025 bis Dezember 2026
Gefördert durch: Bosch Health Campus GmbH
In welchen Bereichen am UKHD wird Magnet bereits gelebt?
- Transformationale Führung als zentraler Bestandteil der Führungsgrundsätze im Pflege- und Funktionsdienst
- Besetzung von wichtigen Positionen in der Patientenversorgung durch Pflegefachpersonen, z.B. Zentrales Patientenmanagement, OP-Koordination, Pflegekonsildienste (z.B. Onkologische Pflegevisite), Nachsorgeambulanzen (z.B. HTX, LTX), Diagnose-/zielgruppenbezogene Patientenberatung (z.B. Breast-Care/Pelvic Nurse, CED-Nurse, Familienlotsin (ZPM))
- Implementierung und Evaluation Professioneller Pflegemodelle in die Praxis, oft auch interdisziplinär (z.B. ERAS, Sofort- und Frühmobilisation)
- Förderung der Mitarbeitenden-Partizipation auf Stations- und Bereichsebene sowie perspektivisch durch die Etablierung von „Pflege-Councils“
- Autonome Bearbeitung relevanter Themen durch Pflege-geleitete Arbeitsgemeinschaften, um eine höhere Versorgungsqualität zu sichern
- Förderung von Innovationen in der Praxis, z.B. „Innovationsraum“-Konzept, Heidelberger Pflegepreis
- Strategischer Ausbau der Digitalisierung in der Pflege
- Entwicklung und Testung von modernen Hilfsmitteln zur Unterstützung und Entlastung der Pflege (z.B. Exoskelette)
- Durchführung von Studien unter der Leitung und Organisation von Pflegenden (z.B. RELIV, PATIN)
- Interne Fortbildungen mit interprofessionellen Themen und Vorträgen (HIFIT, PIAF, INPUD)
- Etablierung eines Nursing Journal Clubs zur Förderung der evidenzbasierten Pflegepraxis

Carolin Anders, M.Sc.
Stabsstelle für Pflegeentwicklung und Pflegewissenschaft (Pflegedirektion)

Rebekka Stahl, MA, BAA, RN
Leiterin des Pflege- und Funktionsdienstes (Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie)

Birgit Trierweiler-Hauke, BBA
Leiterin der Pflege und interdisziplinäre Bereiche (Chirurgische Klinik (Zentrum))